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Schnüffelstoffe

Entstehung und Geschichte

Schnüffelstoffe

Handschuhwäscherinnen sollen das zur Reinigung benötigte Benzin als Rauschmittel verwendet haben. Auch heute noch treten vereinzelt Fälle von Arbeitern in chemischen Betrieben auf, die sich an die berauschenden Dämpfe gewöhnen und in ihrer Freizeit Entzugssymptome wie Gereiztheit und Nervosität verspüren.

Leim- und Lösungsmittelschnüffeln wurde in den 50er Jahren von amerikanischen und schwedischen Jugendlichen bekannt, scheint dann kaum noch auf, bis Ende der 70er Jahre die große Verbreitung beginnt. Konsumenten dieser billigen und leicht zugänglichen Rauschmittel sind in erster Linie Straßenkinder der Entwicklungsländer, aber auch jüngere Jugendliche unserer Breiten.

Substanzen

Benzin besteht aus Kohlenwasserstoffen, v.a. Paraffine Hexan, Heptan
Toluol Lösungsmittel ähnlich dem Benzol, in Farbverdünnern Trichlorethylen Lösungs-, Reinigungs-, Extraktionsmittel für Fette, Öle, Harze, Lacke, Kautschuk
Chloroform
Trichlormethan
narkotisches Lösungsmittel, in der Medizin kaum noch verwendet
weitere Aceton, Butylacetat, Dichlormethan, Hexan, Xylol, Tetrachlorkohlenstoff, aliphatische Fluorkohlenwasserstoffe

Wirkung

Grundsätzlich kommt es zu einer Lähmung des Zentralnervensystems, die einen Zustand der Bewusstlosigkeit und Schmerzunempfindlichkeit (Narkose) bewirkt. Medizinisch-pharmakologisch unterscheitet man vier Stadien der Narkose:

  1. Analgesie - Die Großhirnrinde ist teilweise gehemmt, Schmerzempfindung aber auch Selbstkritik und Realitätsorientierung sind vermindert.
  2. Erregung - Niedere motorische Zentren werden enthemmt, es kommt zu motorischen Überaktivität.
  3. Toleranz - Auch Mittelhirn und Rückenmark sind gehemmt, die Spannung der Körpermuskeln ist vermindert, das Bewusstsein ist ausgeschaltet. Das Herz schlägt noch, die Atmung funktioniert.
  4. Paralyse - Die Lähmung greift auch auf die vegetativen Zentren des Hirnstammes über, Atmung und Kreislauf werden gestört, das Leben ist in Gefahr.

Als Rauschdroge werden die ersten beiden Stadien angestrebt, die euphorisch getönte, leichte Bewusstseinstrübung mit emotionaler und geistiger Entspannung. Träumerische Autosuggestionen können sich entfalten.

Risiko

Es könne Übelkeit, Wadenschmerzen oder Kopfdruck bis zur Bewusstlosigkeit auftreten. Bei gewohnheitsmäßigem Missbrauch sind fast alle Lösungsmittel giftig und damit krebserregend und leberschädigend. Durch kurzzeitigen Sauerstoffmangel im Gehirn kann es zu zentralnervösen Abbauerscheinungen kommen.

Nervenentzündungen, Nervenschmerzen im Gesicht und Herzleiden sind mögliche Folgen. Verwirrtheitszustände mit Erregungs-, Angst- und Panikreaktionen können auftreten. Bei mehrjährigem Konsum sind auch mehrtägige Delirien beobachtet worden. Todesursachen sind Atemlähmung und Herz-Kreislaufversagen.

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