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LSD

Enstehung und Geschichte

Lysergsäure ist ein Bestandteil des Mutterkorns, eines Getreidepilzes. 1943 wurden von Dr. Hofmann, dem Leiter eines Labors der Pharmafirma Sandoz in Basel, die psychischen Auswirkungen von d-Lysergsäure-Diethylamid-tartrat entdeckt. Einige Jahre später wurde es unter dem Handelsnamen Delysid von Sandoz auf den Markt gebracht.

In Psychiatrie und Psychologie wurde es für ein wichtiges Forschungsmittel zur experimentellen Erfassung von Geisteskrankheiten und zur Bewusstseinserweiterung gehalten. Seit 1961 ein Psychologiedozent der Harvard Universität, Dr. Timothy Leary, LSD in den Mittelpunkt einer neuen Religion stellt, gibt es Kontroversen zu der Substanz, 1966 wurde die Produktion von Sandoz eingestellt und in vielen Staaten gesetzlich verboten.

Einnahme

Da die Wirkung schon bei minimalsten Dosen auftritt, 0,1 Milligramm reichen aus, kommt LSD auch als getränktes Löschblatt oder Briefmarke auf den Markt.

Wirkung

Nach der oralen Einnahme beginnt LSD nach ca 45 Minuten an zu wirken, hält meist mehrere Stunden an und beeinflusst in erster Linie das Stamm-und Zwischenhirn. Brechreiz, Übelkeit und Störungen des Herz-Kreislauf-Systems können auftreten; die Pupillen sind erweitert.

Grundsätzlich ist die Wirkung sehr subjektiv, ist also abhängig von der psychischen Konstitution des Konsumenten, seinen Erwartungen und der Umgebung insbesondere den anwesenden Personen. Optische, akustische und/oder körperliche Pseudo-Halluzinationen (werden vom Betroffenen bewusst als Halluzinationen wahrgenommen) können auftreten.

Die Wahrnehmung wird intensiviert, alle Eindrücke wirken neu und einzigartig. Größenrelationen, Zeit und Entfernungen verschieben sich; es kommt zu Stimmungsschwankungen und unrealistischer Einschätzung der eigenen Fähigkeiten. Psychoseähnliche Reaktionen sind meist von kurzer Dauer und klingen von selbst wieder ab.

Risiken

LSD macht nicht körperlich abhängig, es kommt zu keinen Entzugserscheinungen. Während der Schwangerschaft konsumiert kann LSD zu Missbildungen führen. Der Konsument kann auf einen Horrortrip (bad trip) kommen, einen Angstanfall mit Verfolgungsphantasien und Verlust der Realitätsorientierung.

In Einzelfällen soll es hier schon aus fehlender Selbsteinschätzung zu Selbstmord oder Todesfällen gekommen sein; auch das mögliche Auslösen von langanhaltenden Psychosen ist bekannt. Nachhall-Psychosen (flashbacks, Echotrips), Wochen und Monate nach dem Konsum, können (wahrscheinlich bei ähnlichen Auslöserreizen) auftreten.