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Kokain

Enstehung und Geschichte

Cocastrauch

Kokain wird aus den Blättern des Coca-Strauchs (Erythroxylon coca) gewonnen. In südamerikanischen Ländern kann der Gebrauch von Coca bis in vorchristliche Zeit nachgewiesen werden. Auch heute noch kauen Indios Coca-Blätter; das vertreibt den Hunger und hilft auch schwerste Strapazen zu ertragen. 1860 wurde dann Kokain erstmals chemisch isoliert und wenig später auch von Sigmund Freud ausprobiert und wissenschaftlich beschrieben.

Lange Zeit wurde es von Augenärzten und Zahnärzten als Lokalanästhetikum verwendet. Von der Jahrhundertwende an bis über die 20er Jahre galt Kokain als die Droge der Intellektuellen und Künstler. Heute spricht Kokain, nicht zuletzt auch in der Billigvariante Crack, weitere Schichten der Bevölkerung an und die Konsumtendenzen sind steigend.

Einnahme

Kokain wird vorrangig geschnupft, geraucht, gespritzt. Es kommt als weißes bis gräuliches Pulver, oder gepresst in Platten auf den Markt.

Wirkung und Risiko

Kokain

Es wirkt auf das zentrale Nervensystem und unterstützt die Freisetzung körpereigener Stoffe wie Adrenalin, Dopamin usw. im Gehirn und in den Gefäßen. Lokal eingesetzt betäubt es die Nervenzellen und macht sie schmerz-unempfindlich. Kokain wirkt aktivitätssteigernd, euphorisierend und enthemmend.

Das Kontakt- und Redebedürfnis ist erhöht, das Leistungsvermögen wird als gesteigert erlebt. Die Pupillen weiten sich, die Pulsfrequenz ist erhöht, die Atmung unregelmäßig, die Darmbewegungen werden verstärkt. Kokain wirkt nur kurzfristig, dann folgen Müdigkeit und Missstimmung, es kommt zu Schlafstörungen und schnellem Puls.

Wenn auch keine körperliche Abhängigkeit vorliegt, kommt es doch sehr rasch zur psychischen Abhängigkeit. Müdigkeit, Sinnesleere, Ängste und Depressionen nach Abklingen der Wirkung verlocken zur raschen Wiedereinnahme. Infarkt- und Schlaganfallgefahr sowie Langzeitschäden von Herz, Lunge und Hormonsystem drohen bei Überdosierung. Todesfälle durch Atemlähmung und Herz-Kreislauf-Stillstand sind bekannt.

Beim Schnupfen kann auf Dauer die Nasenscheidenwand angegriffen und zerstört werden. Bei regelmäßigem Missbrauch kann es zu Kokainhalluzinosen kommen, typischerweise werden Tierchen auf und unter der Haut wahrgenommen, was auch zu Selbstverletzungen führen kann. Bekommt das Gehirn auf Dauer zu wenig Ruhepausen kann eine Kokainpsychose auftreten, Symptome sind Verfolgungswahn mit Angstzuständen, Depressionen und Halluzinationen