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Cannabis

Entstehung und Geschichte

CannabisCannabis kann nach Alkohol als die zweitwichtigste Rauschdroge der Weltgeschichte angesehen werden. Ca. 3000 v.Chr. wurde Cannabis erstmalig in einem Arzneibuch in China erwähnt. In der indischen (ayurvedischen) Medizin wurde Cannabis gegen verschiedenste Krankheiten eingesetzt, besonders bei psychosomatischen Leiden wie z.B. Schlaflosigkeit oder Migräne. Ebenso fand die Droge in religiösen und kultischen Bereichen Verwendung. Um 500 v.Chr. bestätigen Ausgrabungen die Verbreitung von Hanfsamen in Germanien.

Hanf

Im frühen Mittelalter wird Hanf durch die Araber verbreitet und taucht in der Naturmedizin des Spätmittelalters in unseren Breiten wieder deutlicher auf. Im 20sten Jh. entwickelt sich Cannabis von der Droge der Intellektuellen und Musiker zur Modedroge für Jedermann und parallel nahm der Kampf der Regierungen gegen Handel und Genuss zu.

Herkunft und Einnahme

Cannabis wird aus den blühenden weiblichen Anteilen der Nutzpflanze Hanf gewonnen und ist in Amerika vorrangig als Marihuana, ein Gemisch aus Blättern und Blüten, in Asien und Afrika als Haschisch, das Harz aus den Blütenspitzen, in Europa in beide Varianten gebräuchlich. Cannabis wird vorrangig geraucht und gegessen.

Wirkung

Tetrahydrocannabinol THC ist die eigentlich psychoaktive Substanz im Cannabis, die auf den körpereigenen Wirkstoff Serotonin wirkt. Wenn der Serotoninspiegel ansteigt, werden nervöse Vorgänge verlangsamt und die Aufmerksamkeit gegenüber äußeren Reizen nimmt ab. Gleichzeitig regt Cannabis aber auch bestimmte Hirnstrukturen im Limbischen System an, z.b. Hungergefühl, Gefühlsintensität. Serotonin bewirkt eine Erweiterung der Blutgefäße der Bindehaut und eine Verengung in den Gliedmaßen (rote Augen, kalte Hände u. Füße). Grundsätzlich hat Cannabis persönlichkeits-verstärkende Wirkung und ist von der individuellen Verfassung des Konsumenten abhängig. Die räumliche Wahrnehmung ist verändert, das Zeiterleben und das Assoziationsvermögen verlangsamt.

Risiken

Es besteht keine körperliche Abhängigkeit. Erschöpfung, Müdigkeit und Antriebsschwäche ist vereinzelt noch Tage nach dem Konsum zu bemerken. Bei regelmäßigem Konsum kann es zu einer Wesensveränderung in Richtung Lethargie, Vernachlässigung der persönlichen Belange die Rede, Konzentrationsunfähigkeit und Gedächtnisstörungen. Untersuchungen weisen auf das amotivationale Syndrom hin, also dass bei andauerndem Konsum vermehrt Passivität und Unproduktivität die Folge sein kann. Bei chronischem Missbrauch (2-6 Gramm Haschisch täglich) sollen in orientalisch-afrikanischen Ländern Fälle von Cannabis-Psychosen aufgetreten sein