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Amphetamine

Entstehung und Geschichte

PillenAmphetamine (Benzedrine) sind synthetische Analoga des natürlich vorkommenden Ephedrins. Sie können zur älteren Generation der Designer-Drogen der 70er Jahre gezählt werden. Synthetisiert wurden sie bereits Ende des 19. Jahrhunderts und in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ihre Ähnlichkeit mit dem körpereigenen Adrenalin und die Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit untersucht.

Eingesetzt sollen sie auch bei Piloten des 2. Weltkriegs geworden sein. Doping ist mit diesen Substanzen möglich. Einnahme Amphetamin wird üblicherweise nasal oder oral in Form von Tabletten oder von Kapseln konsumiert. Anderen illegalisierten Drogen (z.B.Link: LSD) wird es oft zur Wirkungsverstärkung beigemischt.

Wirkung und Risiko

Amphetamin besitzt zentralerregende und euphorisierende Wirkung, hemmt Hungergefühle und beseitigt Müdigkeit, insofern ist die Wirkungsweise ähnlich dem Link: Crack bzw.Link: Kokain. Subjektiv wird eine Leistungssteigerung erlebt, die in einer reduzierten Selbst- und Fremdkritik begründet liegt. Körperliche Auswirkungen sind beschleunigter Herzschlag, Mundtrockenheit; es kann zu Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerz und quälender Schlaflosigkeit kommen. Oft gelingt über einen längeren Zeitpunkt eine kontrollierte Verwendung, da die körperliche Abhängigkeit wesentlich schwächer ist als bei z.B. Opiaten.

Bei Gewöhnung kommt es zu einer raschen Dosissteigerung. Gereiztheit, Aggressivität und Übellaunigkeit sind mögliche Reaktionen auf Schlafstörungen, permanente Antriebssteigerung und veränderte Sinneswahrnehmungen (Amphetamin-Psychose).

Verwandte Stoffe

Metamphetamin (Pervitin) wirkt wesentlich länger und stärker als Amphetamin. Die stimulierende Wirkung ist bei 3-5mg, halluzinogene bei 30-50mg; letztere führt häufig zu Horrortrips. Hier kann die Wirkung bei 20-30 Stunden liegen.

Captagon entsteht aus einer Verknüpfung des Amphetamin-Moleküls mit Theophyllin, wirkt ähnlich wie Amphetamin und unterliegt ebenso einem Suchtrisiko.

Ephedrin ist ein natürliches, aus Sträuchern /Meerträubchen, Ephedraa vulgaris) gewonnenes Aufputschmitte und wird vereinzelt dem Amphetamin beigesetzt. In der Medizin wird bzw. wurde es in der Behandlung von Asthma, Allergien und anderen Leiden verwendet. Ephedrin mildert Krämpfe in der Bronchialmuskulkatur und Entzündungen der Atemwege und wurde es schon vor über 5000 Jahren in China als Anti-Asthmatikum verwendet.

 

Amphetamine-Derivate

MDA

Amphetamine-DerivateMDA (3,4-Methylen­dioxy­amphetamin) ist ein Amphetamin-Derivat aus der Klasse der Phenethylamine mit halluzinogener und entaktogener Wirkung. Bei einer Dosierung von 80-160mg bewirkt es Halluzinationen und einen verbesserten Zugang zu Gedanken und Gefühlen. Die Wirkung, die 30-60 Minuten nach Einnahme einsetzt, hält ca. 5 Stunden an und endet nach 8 bis 12 Stunden. Nebenwirkungen können Muskelzittern, Brechreiz und Orientierungsschwierigkeiten sein. MDA ist schädlicher und gefährlicher als andere derartige Substanzen, es kann zu tödlichen Überdosierungen schon bei 500mg kommen.

MBDB

MBDB (N-Methyl-1-(1,3-benzodioxol-5yl)-2-butylamin) ist ein Amphetaminderivat aus der Klasse der Phenethylamine. Es hat stark entaktogene Wirkung und ist entspannend. Kommunikations- und Bewegungslust sind gemindert, die Wahrnehmung von Gedanken und Emotionen sind geschärft. Empathische und halluzinogene Aspekte fehlen. Die Wirkung setzt nach 30-60 Minuten ein, hält 2-3 Stunden an und endet nach 3-6 Stunden.

MDE(A)

MDEA(3,4-Methylendioxy-N-ethylamphetamin) MDEA ist ein Amphetaminderivat aus der Gruppe der Phenethylamine. Bei einer Dosierung von 100-200mg hat es schwach halluzinogene und stark entaktogene Wirkung. Neben Schwindel und Koordinationsverlust kann es zu Artikulations­schwierigkeiten, Verspannungen der Kiefer- und Nackenmuskulatur und Schweißausbrüchen kommen. Die Wirkung hält sich 2-4 Stunden und klingt rasch ab.

MDMA

MDMA (3,4-Methylendioxymethylamphetamin) MDMA ist ein Amphetaminderivat aus der Klasse der Phenethylamine. Es hat entaktogene und empathische Wirkung, gesteigerte Feinfühligkeit und Empfindungsfähigkeit können Folge des Konsums von 80-150mg sein. Halluzinationen treten nur schwach auf. Die Wirkung hält 4-5 Stunden an und klingt rasch ab. Bei häufigerem Konsum ergibt sich die Wirkung schnell, auch eine höhere Dosis ist dann meist wirkungslos.