FAQ: Glücksspiel
Häufig gestellte und allgemeine Fragestellungen zu pathologischem Glücksspiel:
Warum wird man glücksspielsüchtig?
Für die Entwicklung einer Glücksspielsucht sind mehrere Faktoren bedeutend. Es sind bestimmte Eigenschaften des Glücksspiels (zB schnelle Spielabfolge), des Spielers (z.B. Selbstwertproblematik) und des sozialen Umfeldes (zB leicht verfügbares Angebot), die im Zusammenwirken über mehrere Phasen zu einer Abhängigkeit führen.
Ist Poker ein Glücksspiel?
Ja, weil der Ausgang des Spiels vorwiegend vom Zufall abhängig ist. Auch Bluffstrategien oder besondere Menschenkenntnis ändern die Gewinnwahrscheinlichkeit nicht. In Österreich gibt es diesbezüglich eine verwaltungsgerichtliche Entscheidung, die bestätigt, dass Poker ein Glücksspiel ist.
Kann man Glücksspielsucht behandeln? Welche Möglichkeiten gibt es für Betroffene und Angehörige?
Ja. Studien haben gezeigt, dass die Behandlung glücksspielsüchtiger Personen sehr effektiv ist. Etwa 60% der SpielerInnen, die eine Therapie - sei dies stationär oder ambulant - beenden, sind auch ein Jahr nach ihrer Beendigung weiter abstinent.
Eine Behandlung wird durch die Bereitschaft des Spielers sich mit seiner finanziellen Situation und mit anderen durch die Spielsucht entstandenen Problemen aktiv auseinanderzusetzen, positiv beeinflusst.
In allen b.a.s. Suchtberatungsstellen gibt es sowohl für Betroffene als auch Angehörige die Möglichkeit, sich telefonisch zu informieren bzw. einen Termin für ein erstes persönliches Gespräch, das anonym und kostenlos ist, zu vereinbaren.
Die Behandlungsangebote reichen von Selbsthilfegruppen, über Einzel- und Gruppenberatungen bis zu stationären Aufenthalten.
Was ist Glücksspielsucht? Wann spricht man von Glücksspielsucht?
Glücksspielsucht, das sogenannte pathologische Spielen ist eine Krankheit mit unterschiedlichen Krankheitszeichen:
- starkes Eingenommensein vom Glücksspiel
- die gewünschte Erregung („Kick“) ist nur durch steigende Einsätze zu erreichen
- erfolglose Kontroll- oder Abstinenzversuche
- Nicht-spielen-können führt zu Unruhe und Gereiztheit
- Spielen, um Problemen oder negativer Stimmung zu entkommen
- Drang, Verluste sofort wieder auszugleichen (Chasing-Verhalten)
- Familienmitglieder und andere werden belogen, um das Ausmaß des Spielens zu verheimlichen
- das Spielen wird durch illegale Handlungen finanziert
- durch das Spielen kommt es zur Gefährdung oder Verlust von Beziehungen u/o Arbeitsplatz
- der Spieler verlässt sich auf andere als 'Geldgeber'
Von einer Spielsucht spricht man dann, wenn fünf Merkmale zutreffend sind.
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